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Klasse Events – Fahrradkonzert in Cottbus

By on 22. Juli 2017

Zum vierten Mal war ich nun schon dabei, beim Cottbuser Fahrradkonzert und wieder bin ich voll begeistert von diesem Event

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

Es gibt zwei Seiten beim Fahrradkonzert – Gast oder Mitwirkender sein

Schön ist, dass wir schon so einige Freunde anstecken konnten, die wiederholt dabei waren oder ab jetzt jedes Jahr mitradeln möchten. Perfekter Weise hatte ich an den Fahrradkonzert – Sonntagen auch nie einen Auftritt. Hin und wieder werde ich von Bekannten gefragt, ob ich nicht mal hier auftreten möchte. Na bisher wurde ich nicht angefragt, aber die Möglichkeit und auch der Wunsch bei so einem wundervollen Event, wie dem Fahrradkonzert selbst mal aufzutreten steht im Konflikt mit dem Genuss einfach immer wieder dran teilzunehmen. Auf der einen Seite sehe ich die Menschen, die sich mit dem Rad auf den Weg machen um Kultur zu erleben. Die ich wahnsinnig gern auch mal als Zuhörer für meine eigene Musik hätte, weil sie so ein aufmerksames Publikum sind, die jedes der dargebotenen Konzerte aufsaugen und würdigen.

Als Mitfahrer das volle Programm einfach genießen

Auf der anderen Seite bin ich einfach gern nur Gast der es genießt, sich von einem zauberhaften Örtchen zum nächsten zu bewegen um zu entdecken was an kulturellen Leckerbissen vorbereitet wurde. Und das alles so schön verpackt, dass man sich um fast gar nichts groß selbst kümmern muss, außer um ein funktionierendes Rad. Die Route ist vorgegeben, fast an jeder Station kann man etwas zu trinken und zu essen kaufen, es sei denn man packt seinen eigenen Picknickkorb. Sitzmöglichkeiten um den Künstlern zu lauschen sind auch immer vorhanden. An manchen Stellen sind diese zwar etwas knapp, aber das macht nichts. Irgendwie findet immer jeder sein Plätzchen, ob auf der Wiese, auf der Bordsteinkante, hockend, stehend, egal.

Wir starten am Morgen in das Fahrradkonzert zu noch unbekannten Orten

Wir starten am Morgen in das Fahrradkonzert zu noch unbekannten Orten

Wir starten am Morgen in das Fahrradkonzert zu noch unbekannten Orten

Ein perfekter Tag beginnt

Wir starten um 09.45 Uhr bei uns zu Hause und sind kurz nach 10.00 Uhr am Bootshaus des Lok RAW um uns unsere „Wir-sind-Fahrradkonzertler“-Bändchen abzuholen und die Tour zu noch unbekannten Orten unserer Region anzutreten. Die WetterApp macht uns Hoffnung dass sich der Sommer nicht so fortsetzt wie er sich in den letzten Tagen gezeigt hat und ich wünsche mir, dass wir einfach Glück haben und den Tag ohne ständige bange Blicke zum Himmel genießen können. Können wir. Es ist unglaublich, aber es könnte kein besseres Radelwetter geben.

an der Spree sitzt der mann mit dem Schifferklavier und spielt für die Gäste zur Einstimmung

Ich muss bloggen, das spür ich

Heut morgen war ich gar nicht drauf vorbereitet, in meinem Blog drüber zu schreiben, aber an der ersten Station wird mir wieder bewusst welch schönes regionales Event das hier ist und dass ich es unbedingt in Bildern und Worten festhalten möchte. Also los geht´s. Bewaffnet mit Kamera und Selfie Stab fange ich die Bilder ein, mit denen ich gern noch einmal an diesen schönen Tag erinnern möchte wenn er vorbei ist. Bin ich trotzdem im Hier und Jetzt? Ja bin ich. Wenn ich auch manches musikalische Erlebnis nicht von Anfang bis Ende miterlebe und viele Eindrücke Drumherum einsammle. Ich freu mich dass wir eine tolle Truppe aus liebevollen Menschen sind, die miteinander in diesen Sommertag starten. Der Mann am Schifferklavier gehört irgendwie schon zum Fahrradkonzert-Inventar, er spielt immer genau am Startpunkt und leitet das Konzert ein. Herrlich wie er da sitzt. Das ist Spreewald mit maritimem Touch. Und die Leute summen und schunkeln schon hier beschwingt mit.

die Gartenfeen die eigentlich Kräuterhexen heißen

die Gartenfeen die eigentlich Kräuterhexen heißen

Er-Wecke uns mit dem Gartenschlauch!

Die zweite Station ist das Pädagogische Zentrum für Natur und Umwelt (PZNU), ein ehemaliger Schulgarten. Ein wunderschönes Gelände auf dem man unter Bäumen ganz besondere aufge-weck(t)e Gartenklänge vernimmt. Claudius Wecke, studierter Landschaftsarchitekt, bläst auf seinem Gartenschlauch den Leuten den Marsch und legt eine Comedy-Performance in Gärtnermontur hin, die die Leute mit rasendem Applaus belohnen. Der Parkleiter des „Branitzer Park“ scheint hier voll in seinem musikalischen Element. Passender geht’s nicht im PZNU.

Häppchen mit BKräuterbutter und Blütenblättern, all you can eat für einen Euro

Häppchen mit BKräuterbutter und Blütenblättern, all you can eat für einen Euro

Häppchen mit BKräuterbutter und Blütenblättern, all you can eat für einen Euro

All you can eat mit Kräutern und Blümchen

Wir lauschen, lachen und staunen und schlemmen ganz feine kleine Kräuterbutter-Schnittchen mit Blütenblättern von Taglilien, Gänseblümchen und Malven. Trinken frischen Pfefferminztee und erfreuen uns an den Gartenfeen, (Gabriele Amme; Sabine Barthel; Gisela Koch; Ilona Malek; Rosemarie Schwietzer; Karin Seifert; Christine Lenicke) die sich eigentlich Kräuterhexen nennen. Aber ich finde sie sehen eher aus wie Gartenfeen. Sie alle haben geholfen diese geschmackvollen, in visueller wie auch in kulinarischer Hinsicht, Häppchen für die Fahrradkonzert – Besucher vorzubereiten. Ich muss sie unbedingt fotografieren wie sie das so süß auf ihrer Bank sitzen. Wir kommen ins Gespräch und tauschen Handynummern und Fotos aus. Das war das schönste „All you can eat“ Buffet was ich je gesehen habe. Und das preiswerteste. Die Damen wollten nur einen Euro für ihre Kreationen. Für so viel herzliches Catering könnte man auch echt mehr verlangen.

Menschen mit Behinderung

Gänse auf dem Biohof Auguste

Menschen mit Behinderung

Integration in jeder Hinsicht

Station Nr. 3 ist der Biohof Auguste. Da will ich schon längst mal hin, denn ich würd gern bio und auch regional kaufen. Außerdem mag ich das Konzept der Lebenshilfe Werkstätten in denen Menschen mit Behinderung vielfältigen Tätigkeiten nachgehen können, mit denen sie dann auch in das alltägliche Leben der Menschen ohne Handicap integriert werden. Ich hatte schon einige Male mit der Lebenshilfe und den Menschen dort zu tun und bin immer ganz berührt von dem was sie zurückgeben. Wie liebevoll sie miteinander umgehen, aber auch wie ehrlich sie oft kommunizieren. Auf dem Weg zu dem historischen Vierseitenhof, den wir zu Fuß gehen, weil die Masse an Fahrrädern die am heutigen Tag durch unsere Region bewegt wird so viel Platz einnimmt, dass wir unsere schon am Weganfang parken, begrüßen uns eine riesige Schaar von Gänsen. Ein traumhaft schönes Bild, ich kann gar nicht genug davon bekommen und mag auch nicht darüber nachdenken was mal aus ihnen wird. Auf jeden Fall haben sie hier bis dahin scheinbar ein tolles Leben.

Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung

Wertvolles entdecken und für die Zukunft nutzen

Schade dass ich noch satt vom Frühstück bin, denn hier auf dem Biohof könnte man sich nahrhaft und natürlich in Bioqualität stärken. Es gibt Salat, frisch im Steinofen gebackenes Brot, Pellkartoffeln mit Quark, fantastischen Kuchen und im Hofladen kann man noch allerlei andere Naschereien zu wirklich moderaten Preisen kaufen. Ich bin so positiv überrascht, dass ich demnächst mit dem Auto hier vorfahre um meine Gemüse-Einkäufe zu erledigen. Bei mir wird’s heute nur eine Bio-Rhabarber-Schorle. Und eine Portion zauberhafter Popgitarrenmusik in Kombination mit unaufdringlichen Geigenklängen von einem englisch sprechenden charmanten Gesangsduo aus Australien. Sie spielen in einer Art, die den Moment unterstreicht und ihr Können zeigt ohne dass sie direkt im Mittelpunkt stehen. Sie passen einfach ganz wunderbar in diese Atmosphäre und tragen zu einem Sommertag auf dem Bauernhof-Gefühl bei. Im Internet finde ich unter seinem Namen „Tim McMillan“ ihn als Gitarristen und Sänger und bei Facebook auch seine heutige Partnerin Rachel Snow. Ein tolles Sahnehäubchen auf diesem Fleckchen Erde welches so viel Sinn und so ein tolles System beinhaltet.

Sommertag auf dem Bauernhof - Biohof Auguste beim Fahrradkonzert

Musik von einem englisch sprechenden charmanten Gesangsduo

Station 3 beim Fahrradkonzert ist der Biohof Auguste - Mneshcen mit Handicap werden integriert in das alltägliche Leben

Oldie-Party und Fahrradballett

Station Nr. 4 – das Gasthaus zur Linde in Zahsow empfängt uns mit Oldies, gespielt von den 3 Harmonikas. Superspontan überfällt uns eine noch fröhlichere Stimmung als uns eh schon die ganze Zeit begleitet, die wir mit einem kleinen Fahrradballett zum Ausdruck bringen. Herrlich! Wir sind mitten drin im Fahrradkonzert. Und auch um uns herum scheinen alle Leute gut drauf zu sein. Viel zu schnell verlassen wir diese Partymeile. Ich weiß gar nicht warum. Am Ende weiß es auch keiner der anderen. Wir folgen nur der Gruppendynamik und genießen während der Fahrt den Anblick unserer wunderschönen Region.

durch die Lausitz mit dem Rad - wunderschöne Region

durch die Lausitz mit dem Rad - wunderschöne Region

durch die Lausitz mit dem Rad - wunderschöne Region

Gruppendynamik heißt auch manchmal versäumen

Und so kommen wir viel zu früh am nächsten Haltepunkt an und müssten warten bis zum Vortrag von Klaus Natho, in dem er im Gulbener Kirchlein auf den Spuren von Heinrich von Kleist wandelt. Doch das sind alles nur Angaben die ich dem Ablaufplan entnehme, denn die Führung ist schon in vollem Gange. Sie wurde vorgezogen und für die nächste muss man mit unbestimmter Wartezeit geduldig vor der Kirche verharren. Mitten im Vortrag gewährt uns die Spreewalddame an der Kirchentür keinen Einlass. Auch meinem Bitten und Betteln ein paar kleine Bilder für meinen Blog einzufangen gibt sie nicht nach. Schließlich gibt es ja noch hundert andere Ungeduldige die das ungerecht finden würden. Ja klar. Versteh ich. Also verpassen wir, nach Aussage zweier unserer Freunde einen fantastischen Vortrag von Herrn Natho, denn die Gruppe zieht es statt zu warten zur nächsten Station.

Gulbener Kirchlein

Gulbener Kirchlein

Ein bisschen ärgerlich. Ich habe aber von einem netten Bekannten, dem Gert Streidt, auf meine Anfrage hin ein paar Bilder zugeschickt bekommen, die ich jetzt hier einbaue damit man wenigsten einen kleinen Eindruck bekommt. Vielen Dank Herr Streit! Die Videobilder fehlen natürlich… Hach wie ärgerlich.

Gulbener Kirchlein

Gulbener Kirchlein

Gulbener Kirchlein

Kleine Fahrradkonzert – Überraschungen am Wegesrand

Der Ärger ist schnell verflogen als wir ein paar hundert Meter weiter an einer kleinen Notfallbox vorbei kommen, die nur den Neugierigen eine Überraschung beschert. Denn wenn man nicht anhält und hineinschaut, wird man nicht wissen was für süße Sachen zur Verhinderung von Unterzuckerung und Durst dort bereit liegen. So eine schöne Idee… Danke an die liebevollen Heinzelmännchen, die sich so um uns ausgemergelte Pedalsportler kümmern! Und die nächste Überraschung wartet auch schon hinter der nächsten Biegung. Eine Extra-Konzertstation, die nicht im Plan verzeichnet ist. Zwei junge Musiker haben sich mit Köfferchen und Verpflegung am Wegesrand aufgestellt und spielen für uns Geige und Akkordeon. Es erklingt Vivaldi, wir belohnen den Mut und das angehende Können mit ein paar Münzen und dafür müssen sich die beiden Erwachsenensprüche anhören, wie: Na aber nicht alles auf einmal ausgeben, lach.  Aber echt clever die beiden. Den Mut hätte ich früher nicht gehabt. Schade eigentlich!

Zwei junge Musiker mitten in der Lndschaft am Wegesrand

Zwei junge Musiker mitten in der Lndschaft am Wegesrand

Zwei junge Musiker mitten in der Lndschaft am Wegesrand

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Nächster längerer Halt mit Kuchenverpflegung ist der Papitzer Schlosspark wo wir unsere Picknickdecken ausbreiten dürfen um vorerst ohne Beschallung den sonnigen Nachmittag zu genießen.

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Ich habe das Gefühl einige der Radler nutzen dieses schöne Fleckchen für ein kleines Mittagsschläfchen. Süß, wie manche da inmitten von fremden Menschen ratzen. Und ich laufe mit meiner Kamera herum und fange Bilder von auf der Wiese sitzenden Leuten ein und bin angenehm berührt von dieser chilligen Atmosphäre in der jeder einfach nur genießt.

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Es gibt nicht einmal eine negative Reaktion auf meine Filmerei, ich bin total verwundert. Normalerweise ernte ich dafür oft böse Blicke. Aber hier sind alle ganz entspannt. So macht das doch Spaß. Ich arbeite und doch bin ich in einer sonntäglichen Urlaubsstimmung, die entspannter nicht sein könnte. Es gibt Kaffe vom Coffee Bike der Mobilen Coffee Company und jede Menge Kuchen.

Kuchenverpflegung für die Fahrradfahrer

Kuchenverpflegung für die Fahrradfahrer

Kuchenverpflegung für die Fahrradfahrer

Gerüstet um den Moment zu verewigen

Selbst die Massen an Menschen die unterwegs sind und sich beim An- und Abreisen begegnen bringen dieses entspannte Flair nicht aus dem Gleichgewicht. So empfinde ich es jedenfalls. Ich hoffe die anderen auch.

Gabi Grube (rinks) vom Stadtmarketing

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Sitzen und naschen und chillen und schlummern

Als aus dem Wald ein paar Töne zu uns herüberdringen, mach ich mich mit zwei Kameras auf den Weg. Die eine ist mein IPhone, die andere unsere neue 360 Grad-Kamera,(das Video findet Ihr ganz unten) mit der man das gesamte Rundumgeschehen aufzeichnen und sich dann beim Anschauen mit der Maus im Raum bewegen und jede Richtung betrachten kann. Ich stelle sie zwischen Publikum und Musikern auf und dann widme ich mich ein paar Aufnahmen aber vorrangig der wunderbaren Energie die uns hier im Wald umgibt. Im letzten Jahr gab es einen ähnlichen Augenblick im Park in Koschendorf in dem mir bewusst wurde, was für eine unheimlich starke positive Kraft um uns herum wirkt wenn in einer so naturvollen Umgebung Musik erklingt.

Musi im Wald unbeschreiblich beim Fahrradkonzert

Musi im Wald unbeschreiblich beim Fahrradkonzert

Musi im Wald unbeschreiblich beim Fahrradkonzert

Musik im Wald – unbeschreiblich schön

Die Waldakustik, wie meine Freundin Katja es treffend beschreibt, ist eine ganz Besondere. Man kann es nicht erklären, man muss es erleben. Wir hören französische Chansons mit Akkordeon und Gitarre von Silke Krause und Patrick Schanze. Die Menschen die um das Duo herum im Wald sitzen und zuhören legen eine unglaubliche Aufmerksamkeit an den Tag. Man hat das Gefühl, keiner traut sich oder möchte ein Wort sagen um keinen einzigen wunderbaren Ton der Musik zu überhören und keinen einzigen Augenblick dieser in grün getauchten Atmosphäre zu verschenken. Oh ich glaube ich werde poetisch. Aber das passiert einfach wenn so ein Ambiente in Verbindung mit Musik unglaublich schöne Energien schafft. Dies wäre ein Lieblingsplatz, an dem ich auch gern mal singen würde. Einziges Manko: Mücken! Aber die halten den größten Teil des Publikums nicht davon ab, achtsam zu lauschen und diesen Moment auszukosten. Berauschend dieser Ort. Es ist als würde man in eine andere grüne Welt eintauchen.

Musik im Wald unbeschreiblich beim FahrradkonzertMusik im Wald unbeschreiblich beim FahrradkonzertMusik im Wald unbeschreiblich beim FahrradkonzertErzählungen aus einer anderen Welt

In eine wiederum völlig andere Welt dürfen wir an Station Nr.6 an den Glinziger Teichen eintauchen. Dort erwartet uns ein arabisches Flötenspiel. Vorerst gibt es eine kleine Ansprache von Mohamad Fityan, der aus Syrien kommt, genau wie sein Freund George Saade. Er erzählt dass sie beide direkt aus Aleppo stammen und sich nach dem Krieg zufällig in Berlin wieder getroffen haben. Das wirkt. Mir stockt kurz der Atem und ich habe viele Bilder im Kopf. Die Art wie Mohamad redet ist locker und fröhlich und ich frage mich, wie er den Krieg erlebt hat. Ob er noch oft dran denkt oder hier jetzt einfach gelöst und glücklich ist. Wir können ja gar nicht ermessen was es heißt, damit konfrontiert zu sein. Hier bei uns ist ja alles relativ friedlich und man hat keine direkte Berührung mit dem grausamen Weltgeschehen. Das macht nachdenklich und mir wird wieder einmal bewusst wie gut es uns geht.

Arabische Flötenmusik an den an den Glinziger Teichen beim Fahrradkonzert

Arabische Flötenmusik an den an den Glinziger Teichen beim Fahrradkonzert

Arabische Flötenmusik an den an den Glinziger Teichen beim Fahrradkonzert

Auch wenn es fremd wirkt, es lohnt sich hinzuhören

Die Leute haben sich überall ein Plätzchen gesucht, sitzen am Straßenrand, auf der Wiese und schauen erwartungsvoll auf die beiden Musiker. Als Mohamad zu spielen beginnt habe ich das Gefühl, einige Zuhörer sind etwas irritiert. Wir haben kurz zuvor französische Chansons gehört, die man kennt und zum Mitsingen einladen. Die Klänge haben sofort jeden erreicht und haben dem Publikum ein Wohlgefühl geschenkt. Und jetzt? Hören wir eine arabische Flöte deren Töne nicht greifbar sind. Die keinem geregelten, uns Deutschen vertrauten Rhythmus folgen und zumindest mir eine gewisse Konzentration abverlangen. Ich glaube wir brauchen am Anfang alle einen Moment um in diese andersartigen Klänge hineinzufinden und dann empfinde ich es plötzlich als sehr meditativ und ich komme an.

Und irgendwann ist man mittendrin und voll dabei

George hat eine arabische Rahmentrommel, eine Tar in seinen Händen und die beiden verkünden mit einem Schmunzeln, das Nächste wäre jetzt ein Lied zum Tanzen. Jaaa… dieser Rhythmus ist genau mein Ding. Wäre ich mutiger würde ich jetzt tanzen. Aber so ganz allein dort Hüften schütteln, ach nee. Ich belasse es bei ein wenig Schulterzucken und Kopfwackeln. Auch bei den Zuhörern bemerke ich rhythmisches Wohlwollen und eine Auflockerung in der Art des Zuhörens. Spätestens bei diesem Stück scheint die Musik beim Großteil der Fahrradkonzertler anzukommen. Der Applaus steigert sich.

Arabische Flötenmusik an den an den Glinziger Teichen beim Fahrradkonzert

Arabische Flötenmusik an den an den Glinziger Teichen beim Fahrradkonzert

Arabische Flötenmusik an den an den Glinziger Teichen beim Fahrradkonzert

Übung beim Fahrradkonzert: Zuhören und aufmerksam sein

Ich frage mich oft und schließe mich ein, wie dehnbar unsere Aufmerksamkeitsspanne ist. Ich hab ja jetzt gerade auch mein Handy in der Hand tippe diese Gedanken weil ich nicht zu 100% gefesselt bin. Schade nur wenn Leute anfangen, sich zu unterhalten wenn sie das Geschehen nicht mehr in den Bann zieht. Ich meine damit nicht, dass jeder bis zum Ende sitzen und bleiben muss oder soll, sondern dass er in der Nähe der künstlerischen Darbietung einfach ruhig bleibt um den Genuss der anderen und der Darsteller nicht zu stören. Ich hab mich auch schon dabei ertappt dass ich angefangen habe mit meinem Nachbarn zu reden. Warum schaffen wir es so selten einfach mal still zu sein. Beim Fahrradkonzert hatte man oft die Möglichkeit das zu üben und es hat zum allergrößten Teil ganz wunderbar geklappt.

Zum Fahrradkonzert mit dem Rad in der Region unterwegs und besondere Klänge erleben zum Fahrradkonzert

Zum Fahrradkonzert mit dem Rad in der Region unterwegs und besondere Klänge erleben zum Fahrradkonzert

Zum Fahrradkonzert mit dem Rad in der Region unterwegs und besondere Klänge erleben zum Fahrradkonzert

Offen sein und Neues entdecken

Auch das macht dieses Event so wertvoll. Hier sind Menschen unterwegs, die wollen mit allen Sinnen genießen und erleben und lassen sich darauf ein was hier Wundervolles angeboten wird. Ich hole mir noch die Kontaktdaten von Mohamad und George, denn in der Voraussicht auf die Produktion meiner CD kann ich mir vorstellen, mal so eine warm klingende, fremdrythmische arabische Tar in eines meiner Lieder einzubauen.

Zum Abschlußkonzert finden wir uns auf dem Kirchhof der evangelischen Kirche in Kolkwitz ein

Vor dem Kirchhof der evangelischen Kirche in Kolkwitz

Vor dem Kirchhof der evangelischen Kirche in Kolkwitz

Unglaublich erfüllt von allem

Zum Abschlußkonzert finden wir uns auf dem Kirchhof der evangelischen Kirche in Kolkwitz ein. Hier erwarten uns kulinarische Kraftquellen für unsere ausgezehrten Körper und natürlich ein letztes Konzert. Es spielen für uns „Incredible Herrengedeck“. Wir sitzen etwas abseits auf unseren Decken, weil die Bänke vor der Bühne schon besetzt sind und bekommen nicht den gesamten Umfang der Vorstellung mit. Die 3 Herren haben ein tiefgründiges Repertoire, welches sich mir erst erschließt als ich mich mit meiner Kamera nach vorn begebe und deutlich höre was sie in musikalischer und komödiantischer Art und Weise von sich geben. Für mich persönlich ist es als Abschlusskonzert etwas zu anspruchsvoll, ich muss mich zu sehr konzentrieren um den Tiefsinn, die Stimmen, die Instrumente und die daraus geformten Stücke aufzunehmen und in meinem Kopf zu verwerten. Vielleicht bin ich auch zu sehr beschäftigt Bilder für den Blog einzufangen, so dass keine Kapazitäten mehr frei sind. Diesem Herrengedeck möchte ich mal mit voller Konzentration lauschen um jedes Wort zu verstehen. Für heute bin ich schon erfüllt von den verschiedensten Klängen und Eindrücken dieses Sommertages.

Das Abschlußkonzert zum Fahrradkonzert auf dem Kirchhof in Kolkwitz

Das Abschlußkonzert zum Fahrradkonzert auf dem Kirchhof in Kolkwitz

Das Abschlußkonzert zum Fahrradkonzert auf dem Kirchhof in Kolkwitz

Wie gefällt Ihnen das Fahrradkonzert? Hm?

Vor dem Konzert nutze ich die unbeschallte Zeit und stromere durch die Menge um mir ein paar Feedbacks zum heutigen Tag zu holen. Schade dass sich nicht immer alle trauen, in meine Kamera zu sprechen. Aber ich finde doch einige die ihre Freude über so ein schönes Event gern für mich kundtun. Bis auf eine Dame, die mir ihre Kritik hinter der Kamera entgegenbringt, sind die Menschen begeistert über so eine tolle Sache in unserer Region. Perfekte Organisation, super Kultur, für jeden was dabei, Wetter top.. usw. Den ausführlichen O-Ton könnt Ihr Euch im folgenden Video anhören.

Wenig aber doch ein bisschen Kritik

Und die Kritik? Die Dame meint, es wäre nicht mehr so nostalgisch wie beim ersten Fahrradkonzert. Es fehle die Gemütlichkeit weil zu viele Menschen unterwegs sind. Und es war schöner als noch jeder seinen eigenen Picknickkorb dabei hatte. Jetzt stehen überall so viele Versorgungsstände. Okay das ist eine Meinung. Jeder hat mit seinem Empfinden ja auch Recht, einfach weil er es so fühlt. Klar war damals nicht so viel los. Es gab ja auch noch nicht diese Anzahl von Mitfahrern. Es ist halt gewachsen. Super für die Veranstalter, zu groß für manchen Radler. Aus meiner Sicht nehme ich es einfach wie es jetzt ist und finde es nach wie vor großartig. Der Andrang bei den Imbiss- und Kuchenangeboten zeigt, dass es genau so gepasst hat. Ich hatte nicht den Eindruck dass es irgendwo um Kommerz und Abverkauf ging, sondern um eine vielfältige Versorgung mit super Qualität für das radelnde Volk.

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

Eine große interessierte Gemeinschaft

Ja sicher waren viele viele Leute unterwegs. In den Jahren zuvor ist es mir so nicht aufgefallen. Dennoch gab es nirgendwo einen Moment wo ich mich durch die Menschen bedrängt gefühlt habe. Alle waren rücksichtsvoll und freundlich. Die Masse schien völlig entspannt. Ich hatte das Gefühl, wir Fahrradkonzertler waren eine Gemeinschaft. In der wir alle durch das Interesse am Fahrradfahren und am Kulturerleben miteinander verbunden waren. Mit all dem was wir zeitgleich oder versetzt genießen konnten. Ich hätte gern manche Gedanken gelesen die sich Nichtteilnehmer gemacht haben, wenn wir in Scharen an ihnen oder ihren Grundstücken vorbeizogen.

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

verschiedene Orte - besondere Klänge beim Fahrradonzert

Das Fahrradkonzert wächst

Dass es zu viele Leute sind, die dieses tolle Kulturaufgebot erleben wollen, ist möglicherweise für einige ein Punkt der das Wohlgefühl einschränkt. Auf der anderen Seite zeigt es wie wertvoll dieses Event ist. So dass immer mehr Menschen dabei sein möchten. Und das haben die Organisatoren verdient, denn ganz am Anfang sah es noch nicht so aus als würde das Fahrradkonzert zu so einem begehrten Sonntagsausflugsziel werden. Um es nicht ins Unüberschaubare wachsen zu lassen waren die Karten in diesem Jahr schon auf 500 Teilnehmer begrenzt. Also Leute, fürs nächste Jahr schon im Vorfeld Karten sichern 😉 …

Mit Rica Neels beim Fahrradkonzert 2015

Erinnerungen an einen ganz besonderen Menschen

Ein großer wehmütiger Gedanke geht trotz aller Freude an diesem Tag zu Rica Neels, die in den vergangenen Jahren die Organisation für dieses Event übernommen hatte und die in diesem Jahr hoffentlich von oben zuschaut. Hier unten fehlt sie uns enorm und ich hatte so einige Momente in denen ich Rica bei den verschiedenen Stationen vor mir sah, als wär sie noch bei uns. Ich bin mir aber sicher, Rica hat etwas mit dem tollen Wetter zu tun. Ganz bestimmt!

Viele große Dankeschöns

Da ich nicht im Detail weiß, wer alles wo und wie am Fahrradkonzert beteiligt war, hab ich einfach mal einen Facebook-Kommentar von Gabi Grube kopiert:

Gabi Grube vom Stadtmarketin„Es hat Riesen-Spaß gemacht! Vielen Dank an alle Helfer und Unterstützer: Claudia Fröhner, Gert Geipel, Heiko Portale, Michael Apel, Anne-Kathrin Schöler-Rensch, Enrico Dahlitz, GWC, LEAG, Stadtwerken, LWG, Lok RAW, Claudius Wecke, Gert Streidt, PZNU und den Kräuterhexen, Biohof Auguste mit Ronny Hehne und Martin Weimann, Frau Müller von der Linde in Zahsow, Danny Knick und Fritz Handrow! Aber vor allem Riesen-Dank an Pfarrer Klaus Natho! An Andreas Görig und Katrin Werlich! Ihr seid alle Klasse!!“

Und Du Gabi Grube warst es auch. Wie immer. Du hast uns wieder einen unbeschreiblichen Sommersonnennsonntag beschehrt und dafür danken wir Dir!

Wer möchte das Video haben?

Wer die Videos und Fotosd außerhalb von YouTube und Blog gern haben oder anschauen möchte kann mir gern schreiben und ich leg es zum Download in die Dropbox oder schicke es direkt per WeTransfer.
Meldet Euch…!: clara@im-netz.de

Ich freu mich auf ein Feedback! Wie habt Ihr das Fahrradkonzert erlebt und empfunden, schrollt runter und wenn Ihr nach dem vielen Lesen noch Zeitund Lust habt, dann hinterlasst mir einen Kommentar!!

Und hier kommt noch das 360° Video – das erste mal im Rundumblick gefilmt. Ihr könnt Euch mit der Maus im Video bewegen und jede Richtung betrachten.
Probiert´s aus! Viel Spaß!

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Kathrin Clara Jantke
Cottbus

Ich bin Clara... und ich werde Clara.... Clara als Mensch, als Musikerin und Fotografin, denn ich bin auf dem Weg zu mir selbst. Was mir auf diesem Weg begegnet, was mein Leben bewegt und wie ich die Welt sehe, das erfahrt Ihr hier in diesem Blog. Ausserdem möchte ich sichtbar und hörbar werden, mit meiner Musik, mit meinen Fotos, daher nehme ich Euch mit auf die Reise, es gibt so viel gemeinsam zu erleben und auszutauschen.

Bloghinweis

In der Rubrik "Clara werden" findet Ihr chronologisch alle Beiträge (neueste zuerst), die ich jeh in diesem Blog veröffentlicht habe. Wenn Ihr dort lest könnt ihr nichts verpassen.

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