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Clara Leben Clara werden

Generationskonflikt Handy – Wie respektlos sind Handys bei Tisch?

By on 17. April 2017

Das Handy am Tisch ist eine Streitfrage

Fragen die ich mir dazu stelle:

Was genau ist es, was die ältere Generation oft als respektlos empfindet?
Wo beginnt die Respektlosigkeit?
Liegt der Ursprung im Mangel an Aufmerksamkeit für den, den es stört?
Wer wäre dann für diesen Mangel verantwortlich? Der der in sein Handy starrt???
Warum starrt jemand in sein Handy?
Sollte man nicht jeden einzeln betrachten und nicht alle als „die heutige Jugend“ in einen Sack stecken?

Ich habe noch nicht viele Antworten auf diese Fragen, denn ich hatte noch nicht die passenden Gesprächspartner. Für mich selbst habe ich hier aber eine Situation geklärt, die mir zu diesem Thema widerfahren ist und meine Meinung dazu aufgeschrieben. Dabei erhebe ich keinen Anspruch auf umfassende Betrachtung und Richtigkeit, aber mich interessiert Eure Erfahrung und Meinung. Wie empfindet Ihr es wenn jemand mit seinem Smartphone verwachsen ist. Oder seid Ihr Handynutzer bei Tisch und was bewegt Euch dazu?

Handydisplay mit Facebooksymbolen

Iphone Display mit Pinteres Logos

Iphone Display mit Instagram Logos

Die Alten und die Jungen

Klar sind wir die Handygeneration und klar geht nichts mehr ohne das Teil. Es wird auf den Tisch gelegt und wenn´s blinkert oder piept, wird danach gegriffen. Und die älteren Herrschaften haben wieder einen Grund zu meckern und über die Jugendlichen zu wettern. Zu Recht?
Ich bin gern höflich und passe mich gern auch der Etikette an. Aber ehrlich, manchmal ist das alles ganz schön Drama. Letztens hab ich aber auch ein bisschen mehr Drama draus gemacht und bin in Ungnade gefallen. Wegen schlechten Benehmens. Erst durch übermäßige Handynutzung am Tisch dann durch den falschen Ton bei meiner Verteidigung.

Familienfeiern mit Konfliktpotential

Von vorn:
75.Geburtstag meiner Mama. Gaststätte. Lange Tafel. Mein Schwesterchen läuft rum und zeigt stolz „auf ihrem Handy“ Fotos vom Enkelchen. Neben mir sitzt mein Papa. Ich mach mit ihm ein Foto und schicke es bei Facebook zu Bekannten um ihm zu demonstrieren wie schnell sowas heute geht. Meine Eltern sind nämlich null aktiv in der digitalen Welt. Ich schreibe dazu, dass wir bei Mamis Geburtstagsfeier zusammensitzen und wir bekommen prompt Antwort und Glückwünsche die ich meiner Mama ausrichte. Sie freut sich. Dann zeige ich meinem Papa noch kurz meinen Blog, bevor ich das Handy wieder auf den Tisch lege und mich gepflegter „Von Mensch zu Mensch“-Kommunikation widme. Dann reicht mir meine Mama ihr Handy und meint sie hätte da auf dem Display ein Problem. Okay, zeig mal her. Während ich auf dem Handy meiner Mama herumtippe höre ich meine Tante sagen, dass sie das mit den Handys heutzutage ganz furchtbar findet und dass das eine Nichtachtung meiner Mama und ihrer Gäste sei. Aha… ich missachte gerade meine Mama, während ich versuche ihr Handy in Ordnung zu bringen, worum sie mich gebeten hat, alles klar. Das war das was bei mir ankam. Ich spüre Ungerechtigkeit im Raum…

Wo beginnt die Respektlosigkeit?

…und fühle mich angepiekst. Daraufhin spreche ich sie energisch und vielleicht auch einen Tick pampig an. Ich versuche es als etwas Normales in der heutigen Zeit zu positionieren und zu vermitteln, dass man das nicht persönlich nehmen muss. Ich frage sie, ob wir hier am Tisch nicht ansprechbar wären auf Grund von „Ins Handy starren“ oder ob wir alle nicht genug miteinander reden und austauschen? Alles ziemlich schnell hintereinander. Ich frage auch, ob sie sich vernachlässigt fühle. Ich meine das ehrlich interessiert, aber ich glaube das war zu provokant. Nachvollziehbar, ich hab sie in meiner Emotionalität über die Ungerechtigkeit auch ziemlich bombardiert. Sie ist der Meinung, da ich mich so echauffiere, würde sie nichts weiter dazu sagen, denn sie wolle mir ja nicht zu nahe treten. Außerdem würden ihre Worte ja eh auf fruchtlosen Boden fallen. Sie verweigert sozusagen jede weitere Kommunikation. Wahrscheinlich hatte sie nicht damit gerechnet, dass ich sie auf Grund ihrer Aussage angreife. War bisher auch nie meine Art. Hab eher gekuscht um die Harmonie zu bewahren.

Iphone Display mit App Symbolen

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Iphone Display mit App Symbolen

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Miteinander reden macht Sinn wenn alle es wollen

Ich gehe später zu ihr, mit dem Vorhaben, die Situation zu klären. Ich entschuldige mich für den falschen Ton und schildere warum ich mich angegriffen fühle. Ihre Antwort: Du musst dich jetzt nicht rechtfertigen. Ich leb halt in meiner Welt und du lebst in deiner. Dabei legt sie gönnerhaft ihre Hand auf meine. Sehr erwachsener Lösungsansatz für die Situation. Der Unterton in ihrer Stimme soll, denke ich, weise und erwachsen wirken.

Und wer muss und wer darf Respekt vor wem haben?

Sie sagt mir dann noch ein paar andere Dinge die sie an mir beobachtet hätte nach dem Motto: Du hast Dich ganz schön verändert. Und zwar in eine Richtung die mir nicht gefällt. Ich bin leider nicht tough genug ihr einiges von dem zu sagen was ich hier nach reiflicher Überlegung aufschreibe. Am Ende läuft die Konversation darauf hinaus, dass die heutige Generation (ich eingeschlossen) zu wenig Respekt vor den Älteren hat. Nun, ich bin fast 40, meine Tante ist 80 und ich denke, Respekt hat jeder Mensch verdient, egal welchen Alters. Auch Kinder und Jugendliche. Und wir reen hier ja auch nicht über aggressive und völlig ausschreitende Diskussionen. Ich habe oft das Gefühl dass sich die Jüngeren, also auch wir Erwachsenen Jüngeren, den Älteren unterzuordnen haben. Hätte ich nicht so aufmüpfig reagieren dürfen? Hätte sie uns alle über einen Kamm scheren dürfen, mit der Bewertung wir seien respektlos? Wer hat Recht? Jeder? Klar! Jeder aus seinem Gefühl heraus. Wo beginnt denn die Respektlosigkeit? Bewegt dieser Punkt sich kongruent zum Altersunterschied auf der Seite der Jugendlichkeit? Du bist die jüngere Generation, also ist Dein aufmüpfiges Benehmen respektlos? Egal was der Ältere gesagt hat, auch wenn er Dich vielleicht verletzt hat oder die Dinge so altmodisch betrachtet dass ein Jüngerer sich darin einfach nicht wieder findet?

Wer ist der Erwachsene und wer das Kind?

Mein Wunsch die Situation zu klären beruht leider nicht auf Gegenseitigkeit und das ist ein doofes Gefühl. Man will vernünftig das Ding aus der Welt schaffen, doch die ältere so lebenserfahrene Person mit großem Bewusstsein für Respekt lässt einen voll auflaufen. Und dann bekommt man noch themenübergreifende Kritik gedrückt… Autsch… !!! Schwupps… ich rutsche zurück in die Kind Position und fühlte mich nur noch schlecht und den Tränen so nah dass ich erst mal für eine viertel Stunde vom Tisch verschwinde.

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Iphone Display mit Facebook Profil von Walter Schönenbröcher

Iphone Display mit Foto von Walter Schönenbröcher

Das Handy – der Alleskönner – inklusive Konflikterzeuger

Für mich ist mein Handy alles Mögliche: Notizbuch, Kalender, Fotoapparat, Bildbearbeitungstool, Musikinstrument, die Tür zur Überregionalität, Spielzeug, Lerncomputer, Shoppingcenter, Marketingpartner, Kommunikationsbeschleuniger, Organisationshilfe, Suchmaschine und der Draht zu denen die gerade nicht da sind. Und auch wenn ich ohne mein IPhone selten unterwegs bin, hänge ich nicht permanent dran. Aber schon oft und gern. Ich schau hin und wieder bei Facebook und Instagram rein wie meine Beiträge laufen. Ich nutze es zum Demonstrieren und Suchen von Dingen die wir gerade nicht greifen können und es gibt auch Momente wo ich mich dahinter verstecke, weil ich mich im Hier und Jetzt gerade unwohl fühle und mich ablenken möchte. Oder weil ich etwas Abstand von den Menschen um mich herum brauche. Es gibt so viele Gründe warum man zum Handy greift. Aber die interessieren kaum jemanden von den Kritikern. Die Seelen dahinter werden unsichtbar, der Mensch wird abgestempelt und für schuldig erklärt. Das ist schade. Ich fänds spannend zu erörtern warum die virtuelle Welt gerade wichtiger ist und ich bin mir sicher man müsste es gar nicht so persönlich nehmen wenn jemand lieber an dem kleinen Computer hängt.

Bewusstwerden über Konflikte – das geht nur ohne Handy

Was mir viel wichtiger ist als mein Handy, ist die Familie und Kommunikation auf nondigitaler Ebene. Ich bin ein gefühlvoller Mensch und gebe gern von meinen Gefühlen ab udn zwar ganz real. Diesmal und das passiert mir selten, von ein paar Negativen, denn ich fühlte mich verletzt. Ich hab das gar nicht gewollt, es ist einfach so passiert. Und dann frage ich mich, warum ist das passiert? Ich fand mich ungerecht bewertet. Als respektlos, missachtend. Das hat mich gepackt. War ich das, selbstkritisch betrachtet? Nein, war ich nicht. Ich hatte mein Handy am Wickel, war vollkommen anwesend in der Realität, ich habe andere einbezogen, schöne Dinge geteilt. Was also ist da passiert? Meine Selbstanalyse führt mich zu dem Schluss, dass ich mich angegriffen fühlte weil ich seit jeher ein liebes Kind sein wollte und auch immer war. Und dann kommt da eine Tante und meint ich wäre respektlos und das bringt das Selbstbild natürlich enorm ins Wanken.

Selbstanalyse

Dass Tantchens Empfinden nichts mit mir zu tun haben muss, das erörtere ich im nächsten Abschnitt. Für mich habe ich den Entschluss gefasst, dass ich okay bin. Auch wenn ich mich mal nicht verhalte wie die älteren Herrschaften es gern sehen würden. Wen es stört, der darf mich gern liebevoll drauf ansprechen und ich würde dann gern liebevoll drauf antworten. Auch wenn ich nur halb so alt bin, finde ich es unangenehm, als die Jugend von heute hingestellt zu werden die keinen Anstand hat. Ich möchte mich nur einfach nicht anderen Lebensvorgaben und Werten anpassen, die irgendwann mal so waren. Die für mich aber nicht diese Rolle spielen, weil ich ein ganz eigenes Wertesystem habe und lebe und davon überzeugt bin. Denn es ist wertschätzend und interssiert gegenüber Menschen und Situationen. Menschen die mich kennen und sich für mich interessieren, wissen das. Die werden erkennen dass ich Respekt vor ihnen habe und die werden hinterfragen und mir ehrlich sagen wenn etwas nicht passt ohne mich wie ein unmündiges Kind zu behandeln.

Was könnte bei dem anderen passiert sein?

Ich stelle mir so Situationen vor, in denen die Älteren mit ehrlichem Interesse auf die Jüngeren zugehen und sie fragen was genau sie da am Handy machen, warum sie das gern tun. Um etwas über die Gründe und das Gegenüber zu erfahren, bevor sie ablehnen was sie selbst stört. Mag sein dass das eine Traumvorstellugn ist. Sie haben es leider selbst nie anders erfahren in ihrem Leben und sind von der Eltern- und Großelterngeneration eher gemaßregelt als hinterfragt worden. Weiterhin stelle ich mir vor, sie würden sich selbst hinterfragen warum es sie stört. Es tut ja grundsätzlich keinem weh wenn jemand auf seinem Handy tippt. Es ist nur das Ego, dem durch so ein Ding die Aufmerksamkeit entzogen wird. Und wer in deiner Gegenwart lieber in sein Smartphone tippt als sich mit dir zu unterhalten, scheint auf einer völlig anderen Wellenlänge und nicht sehr an Dir interessiert zu sein. Und das wird man auch mit negativen Äußerungen und Kritik am Verhalten nicht ändern. Vielleicht mit Interesse am Anderen. Aber wie soll man sich für andere interessieren, wenn sich für einen selbst gerade keiner interessiert, man aber Aufmerksamkeit braucht? Ach herrjeh… das ist verzwickt… Ich denke, wer ins sich ruht und wer sich selbst genug ist braucht die Aufmerksamkeit anderer nicht. Den stört es wahrscheinlich wenig wenn neben ihm jemand in der virtuellen Welt versinkt. Und der den es stört? Der hat möglicherweise ein Defizit. Dem fehlt vielleicht Liebe, Erfüllung, Energie… Könnte es so sein?

Früher früher… und was ist mit jetzt?

Ich finde es geht nicht immer nur darum was früher mal war, sondern auch darum dass jede Generation so leben darf wie sie aufwächst und wie der Wandel es mit sich bringt. Damit möchte ich keine respektlose Art gegenüber anderen oder auch älteren Menschen verteidigen. Ich mag die reifere Generation, bin ungern respektlos und verletzte auch nicht gern. Aber oftmals ist eine nicht mehr zeitgemäße Erwartung an die neue Generation der Grund für Respektlosigkeiten. Weil keine Toleranz für den eigenen modernen Lebensstil vorhanden ist. Mal abgesehen von der (V)Erziehung die schon früh die Weichen für respektloses Verhalten legt. Eine gegenseitige Absprache, Verständnis auf beiden Seiten wäre angebracht, statt ständiger Bewertung und Reglementierung. Leicht ist das nicht, doch man könnte es versuchen. Indem man ehrlich interessiert nach Hintergründen fragt bevor man jemanden verurteilt oder alle über einen Kamm schert. Und indem man seine eigenen Gefühle und Wünsche wertungsfrei äußert ohne den anderen anzuprangern.

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Aus der Verletztheit zu neuer Stärke

Ich war mitten in der Situation zutiefst verletzt. Jetzt bin ich gestärkt, denn ich habe mein Muster erkannt und verstehe was passiert ist. Ich nehme die Reaktion meiner Tante nicht persönlich, sie hatte ihre Gründe so zu agieren und zu reagieren. Ich hatte meine Gründe auf meine Weise zu reagieren und gestehe mir zu, auch mal nicht nett und dennoch okay und liebenswert zu sein. Das Problem für mich ist, dass ich 35 Jahre lang die angepasste, niemals aufmüpfige, eher untergeordnete Rolle gespielt habe und mich verändere und auch verändern möchte. um freier und mutiger zu werden und mich zu vertreten.

Man kann viel vermuten und sich erklären wenn man nicht weiß was wirklich ist

Ich weiß nur was in mir abgeht, warum ich so reagiert habe und ich habe das für mich geklärt. Was bei dem Anderen los ist kann ich nur vermuten und ohne seine Auskunft wird es auch nur eine Idee bleiben. Ich kann mir vorstellen, dass es für meine Tante, die in ihrer Art zu kommunizieren etwas dominanter ist, die eine feste Meinung hat, unangenehm war wie ich sie angesprochen habe. Da kommt plötzlich Gegenwind und nicht mehr nur Zustimmung oder Zurückhaltung. Sie sieht ja nicht, dass ich gerade eine Entwicklung durchmache und nicht unbedingt vor hatte, die Älteren respektlos zu behandeln. Sie will es leider aber auch nicht wissen, dass ich einfach mutiger werde, mit fast 40 auch mal der älteren Generation meine eigene Meinung zu sagen. Dass das eine großartige Leistung für mich ist, mich dabei nicht unsicher und wie ein ängstliches Kind zu bewegen, sondern selbstsicher und auch mal etwas forscher. Dass die Emotionen dabei etwas übergekocht sind, naja, dafür habe ich mich entschuldigen wollen, das hatte ich nicht eingeplant und daran kann ich arbeiten. Aber ansonsten bin ich stolz auf mich. Die Tante hab ich trotzdem irgendwie lieb, wenn ich auch keine weitere Kommunikation anstreben werde. Sie ist wie sie ist und das ist okay, auch wenn sie sich nicht dafür interessiert wie ich und warum ich so bin.

Grundsätzlich wäre es einfach schön,
wenn man viel mehr über das austauschen würde
was einen bewegt bevor man andere bewertet.
Aber da haben wir Menschen noch viel zu lernen.

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Kathrin Clara Jantke
Cottbus

Ich bin Clara... und ich werde Clara.... Clara als Mensch, als Musikerin und Fotografin, denn ich bin auf dem Weg zu mir selbst. Was mir auf diesem Weg begegnet, was mein Leben bewegt und wie ich die Welt sehe, das erfahrt Ihr hier in diesem Blog. Ausserdem möchte ich sichtbar und hörbar werden, mit meiner Musik, mit meinen Fotos, daher nehme ich Euch mit auf die Reise, es gibt so viel gemeinsam zu erleben und auszutauschen.

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